TIERLEBEN

Mit Carola Conrad lernen Zwei- und Vierbeiner stressfreies Zusammenleben

Konsequenz ist das A und 0

WÜRZBURG

Hunde sind zum Lernen nie zu alt. In einer Hundeschule können auch erwachsene Vierbeiner noch zu Familienhunden ausgebildet werden.

VON GISELA SCHMIDT

Hunde gab's schon immer in Carola Conrads Leben. Aber "Dustin", der Hovawart, der vor neun Jahren in ihre Familie kam, war der erste "eigene" Hund der gelernten Zahnarzthelferin. Und natürlich wollte "Frauchen" alles richtig machen mit dem neuen Vierbeiner.

Hundetrainerin Carola Conrad mit drei ihrer vierbeinigen Familienmitglieder: Katze "Lucy", Hirtenhund-Mischling "Sina" und Briard-Mischling "Giacomo"

Was lag da näher, als eine Hundeschule zu suchen, mit deren Hilfe aus dem tapsigen Welpen ein folgsamer Hund werden sollte. »Anfang der 90er Jahre unterhielten aber fast nur die Hundesportverein Hundeschulen", erzählt die Mutter von drei Kindern. Und da wurden Hunde für den Schutz-Dienst aus gebildet. Dustin aber sollte kein Schutzhund werden, sondern ein ganz normaler Familienhund, der sich zu benehmen weiß. "In dem Hundeverein, wo ich mit Dustin geübt habe, war ich nicht glücklich", sagt Carola Conrad, "ich sehe meinen Hund als Familienmitglied und behandle ihn auch so".Seit Ende 1999 betreibt Carola Conrad (Tel. 0 93 05/16 69) ihre eigene Hundeschule auf einem gepachteten Gelände in Estenfeld bei Würzburg. "In enger Zusammenarbeit mit dem Würzburger Tierschutzverein", betont die engagierte Tierschützerin, zu deren Familie außer- Mann und Kindern auch noch die die Mischlingshunde Sina und Giacomo sowie zwei Katzen gehören. Viele Leute schaffen sich erst einen Hund an, und dann überlegen sie, wie er in  ihr Leben passt", sagt die Hundetrainerin. Eine schlechte Voraussetzung. Genauso schlecht wie die Auswahlkriterien bei der Hunde-Anschaffung. 

 "Hier wird nur auf die Optik geschaut. Aber ein schöner Hund ist nicht automatisch auch ein guter Familienhund". Ab einem Alter vom Acht Wochen bietet  Carola Conrad Welpenspieltage an. Die jungen Hunde dürfen hier zwar miteinander spielen, aber sie lernen während dieses Spiels auch die ersten Grundbegriffe hündischen Gehorsams. Und Narrenfreiheit hat keiner der vierbeinigen "Schüler". Die Trainerin schreitet sofort ein, wenn es zu wild zugeht. "Ich dulde keine Raufereien und lasse auch nicht zu, dass ein Hund zum Prügelknaben wird". Den Hundebesitzern erzählt Carola Conrad alles, was sie über Verhalten und Erziehung ihres Tieres wissen müssen. Sind die Hunde vier Monate alt, kommen sie in die Junghunde-Gruppe. Unter Aufsicht der Trainerin führen die Besitzer ihre Hunde durch die Stadt, an Joggern und Radfahrern vorbei, durch Parks ,wo viele andere Hunde sind. "Der Hund muss in ganz normalen Alltagssituationen gehorchen". Es ist aber nicht nur der Hund, der bei Carola Conrad "arbeiten" muss. Auch Herrchen und Frauchen lernen hier viel. "Konsequenz ist das A und O in der Hundeerziehung". Hier ein paar Tipps der erfahrenen Hundetrainerin.

 
  • Nichts erlauben, was "hundeuntypisch"  ist. Ein Hund sollte weder auf der Couch noch im Bett liegen dürfen. Diese Plätze sind für den "Rudelführer", also Herrchen und Frauchen, reserviert.

  • Nicht ständig vom Hund auffordern lassen. Der "Rudelführer" bestimmt , wann der Hund gestreichelt und gefüttert wird. Merkt der Hund, dass ständiges Anstoßen mit der Nase oder gar Bellen keine Wirkung zeigt, gibt er schnell auf.

  • Nie den Hund füttern, bevor die Familie isst. In der Natur schlägt sich auch erst der "Rudelführer" den Bauch voll; die die in der Rangfolge nach ihm kommen, müssen warten, bis er satt ist. 

Natürlich wenden sich auch Besitzer von "Problemhunden" an Carola Conrad. Mit diesen Leuten führt sie ausführliche  Gespräche und beobachtet den Hund. Dann wird mit Besitzern und Hund geübt. "Wenn die Leute meine Ratschläge befolgen und mit ihren Tieren auch zu Hause arbeiten ist das Training erfolgreich" sagt die Hundetrainerin. Sie hat schon oft erlebt, wie aus schwierigen Vierbeinern tolle, folgsame Hunde geworden sind.